Transalp 2003!  10.Tag

Montag 8.9.3
10.Etappe

Rif Lancia- Rovereto- Torbole

61,73 km
1152 hm
Fahrzeit 4:07
Tourzeit 6:00


Highlight: Blick auf den Lago, Eisbecher und Weizen bis es kracht!

 

Wir schlafen gut in unserer letzten Nacht im Matratzenlager. Das Frühstück ist sehr spärlich. Die Semmeln vom Tod erschrocken und der Kaffee kalt, aber dafür die Rechnung mal wieder voll günstig! 52€ incl. Oben beschriebenes Menü und 3 Weizen inclusive. Irgendwie stimmt das Preis/ Leistungsverhältnis auf den Hütten überhaupt nicht. Teurer als die Hotels in denen wir unterwegs Quartier gemacht haben. Bergromantik mit frischer kühler Luft, Weitblick und Matratzenlager haben halt ihren Preis! Schade eigentlich das hier so übertrieben wird.

 

Wir starten den Tag bei Nieselregen und einer eigentlich unspektakulären Abfahrt von 1600 hm hinunter nach Rovereto. Wir sammeln uns wieder am Ortseingang an der Kanone. Einem Megaschweren Geschütz aus dem 1.Weltkrieg, das seinen tödlichen Dienst am Berg auf annähernd 2000 m tat. Auch hier fragt man sich heute: Wie ist das Ding da hinauf gekommen?

 

Am Bahnhof checken wir dann Thomas, Arkans und Markus Rückfahrt nach Steinach, bevor wir in der Stadt ein kleines zweites Frühstück zu uns nehmen. Wir beschließen nicht zu pienzen, und wollen dem Roadbook mit seinen Höhenmetern, und nicht dem Asphalt zum Lago folgen.

 

Wir kreuzen die Verkehradern Oberitaliens. Bahn, Autobahn und Etsch, dann geht es mittlerweile nieselnd auf Asphalt hinauf. Immer steiler wird der Asphaltweg. Der letzte Aufstieg quält noch mal richtig, wir bekommen keine hm geschenkt. Die aus den letzten Tagen bekannt gewordene Formel : 100hm / 1000m wird heute noch mal über den Haufen geworfen. Teilweise 18% Steigung hat der Weg. Es nieselt immer noch, und so schaffe ich ausgepumpt auch den letzten Anstieg dieser Transalptour von innen und außen klatschnass.

 

Am Passo Bordola Trikot wechseln (wenn ein Wechseltrikot zur Verfügung steht) und dann geht es hinab zum Lago. Wir nehmen die Straße. Auf den Trail hat bei dem Wetter keiner so richtig Lust. Wer weiß vielleicht gibt’s dann noch einen Anstieg, oder wir könnten uns verfahren.... Also Straße.

 

Noch über den kleinen Hüppel am Passo San Lorenzo, dann können wir ihn sehen!

Der „Lago die Garda“ liegt unter bewölktem Himmel unter uns. 10 Tage haben wir ihn gesucht, und waren in den letzten Tagen doch schon so nah!

 

Weiter runter nach Torbole, an der Kreuzung rechts in Richtung Mecki´s Bike and coffee Shop. Doch der hat heute Ruhetag. Unsere Mädels und Kids und auch Arkan erwarten uns an dem Kaffee  gegenüber mit dem Original Transalp Finisher Shirt!

 

Wir machen ein paar Gruppenbilder und laden mit gemischten Gefühlen das Bike in den Kofferraum. Zurück bei der Familie. Vorbei die 10 Tage, an denen man nur Fahrrad fahren konnte- den ganzen Tag- den ganzen Abend auch noch drüber quatschen. Eine Super Tour ist zu Ende.

 

Ich schiebe mein olles Specialized in den Kofferraum. Zum zweiten Mal ist es klaglos über den großen Hügel. Ohne Plattfuß, Quietschen, Schaltprobleme oder sonstige Macken ist es ins Ziel. Der Rennradfahrer aus meinem Hotel, der die Kampfspuren und den Dreck der letzten Tage mit Entsetzen und strafenden Blicken ahndet ist halt nur ein Rennradfahrer. 

 

Am Abend sitzen wir noch in Malcesine zum Abschiedsabend mit allen zusammen. Feucht und fröhlich aber auch anders als die Abenden zuvor.

                           
                                        

 

           

Wirf dein Herz über den Fluss (Lago), 
dann spring hinein und hole es dir wieder.
(Indianerweisheit)